EINLADUNG zur AUSSTELLUNG


Der Kampf um die Republik
12. November 1918 -12. Februar 1934

Öffnungszelten:
12. Februar 2004 -18. August 2004 Mo-Fr 10.00-15.30, Do bis 18.00


Sehr geehrte Damen und Herren !
Der Bezirksvorsteher und die Museumsleitung laden anlässlich der Gedenkausstellung zum 12. Februar 1934 zu einem Presseempfang mit Bundesminister a.D. Erwin Lanc am:
12. Februar 2004, in den Festsaal der Bezirksvorstehung um 17.30 Uhr
ein. Im Anschluss findet die festliche Eröffnung der Ausstellung "Der Kampf um die Republik" statt.
Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und wird allen Interessierten, insbesondere Bildungseinrichtungen, zur Verfügung gestellt.
Dem Ausstellungskonzept liegen folgende Überlegungen zugrunde:
Obwohl Gemeinsamkeit im Überlebenskampf der jungen Republik das Gebot der Stunde gewesen wäre, entbrannte eine Auseinandersetzung zwischen den Christlichsozialen und Sozialdemokraten, die vor der Vernichtung des politischen Gegners nicht zurückschreckte. Und es sind nicht die erschütternden historischen Ereignisse, die am 12. Februar 1934 ihren Höhepunkt in bewaffneten Auseinandersetzungen fanden, die auch heute noch einer ressentimentfreien Begegnung und damit einer Vergangenheitsbewältigung im Wege stehen, sondern die unüberbrückbaren Auffassungsunterschiede im Kampf um die parlamentarisch oder autoritär gestaltete Republik. Die Erste Republik ist am Selbstverständnis der Parteien und an der fraglichen Demokratiefähigkeit ihrer Repräsentanten gescheitert.
Die Christlichsozialen, systemisch gebunden an ein hierarchisch gegliedertes, katholisches Weltbild, die Sozialdemokraten einer Gleichverteilung der Machtressourcen auf Funktionäre und Institutionen verpflichtet, waren totalitäre Gesellschaftsbilder, die einander ausschlossen. Wirtschaftliche und gesellschaftspolitische Prozesse, die in diesem Klima der Konfrontation die Menschen damals geformt und das Schicksal Österreichs geprägt haben, wirken noch heute emotionalisierend - manchmal sogar polarisierend.
Die Bevölkerung des nach dem Zerfall der Monarchie verbliebenen Restösterreichs, im Denken und Fühlen noch von den Verhältnissen des riesigen Kaiserreichs bestimmt, war der allgemeinen Überzeugung, dass die "steinige Alpenrepublik" (Otto Bauer) nicht lebensfähig sei. Dieser Pessimismus wirkte sich auf die ohnehin schon schwer angeschlagene Wirtschaft katastrophal aus. Politisch war das Land eine Republik ohne Republikaner, wie die Arbeiter-Zeitung schon 1919 schrieb.
Die Ausstellung "Der Kampf um die Republik" will eine moderne, gesamtheitliche Sicht der Geschichte der Ersten Republik den tradierten Konventionen historischer Anschauung gegenüberstellen, um politisches Agieren von einst, aber auch von heute, in ihren Zusammenhängen und Bedingtheiten durchschaubar zu machen.
Mag. Heinrich Spitznagl Museumsleiter
Ing. Kurt Ph. Wimmer Bezirksvorsteher
Kontakt:
Wien, 25. Januar 2004
Mag. Heinrich Spitznagl: Tel/Fax: 01 544 29 02, Mobil: 0676/414 38 61, Mail: hspitznagl@hotmail.com
Website: www.bezirksmuseum.at